Gern würde ich dir eine Geschichte erzählen, wüsste ich eine, die dich zwingt, deine Augen zu schließen und gleichzeitig wach zu bleiben. Wie aus einem tiefen Brunnen schöpfte ich sie und schüfe so einen Kosmos mit der Macht heraufbeschworener Bilder; Sprache und Sprechen, jedes Wort, sein Klang und seine Bedeutung würden uns eine eigene Welt schaffen; eine, die wir uns einrichten in deinem und meinem Kopf, mich um ihn und deinen Kragen redend. „Tiger“ würde ich sagen, und schon siehst du ihn, wie er den Dschungel durchstreift auf samtweichen Pfoten. Du denkst ihn dir auf der Suche nach Beute mit knurrendem Magen. Seit Tagen schon nichts mehr im Bauch. Du aber bist, – nicht der Tiger -, auf falscher Fährte, denn ein Zirkus hält dich gefangen. Warum noch fliehen. Freiheit hast du gegen Sicherheit getauscht. Doch das mit dem Hunger, das bleibt. Du kämpfst mit dem Schlaf. Von weit her die Stimme, die dich wachhalten will. Sie wird dünner und dünner und verschlingt Tiger und Zirkus und deinen Traum. Dann wachst du auf und träumst weiter, weil ich „jetzt“ gesagt habe, das so gern nicht Zukunft und nie gestern wäre und eine Zeit ist, die es nicht gibt. Tausendmal kannst du „Jetzt“ sagen, aber du wirst es nicht bannen.
Es hat kein Sein. Wir sagen „kaum“ und haben’s schon verloren denn heute hat 2 Schwestern: die eine tot, die andre ungeboren
„Nie“ ist noch kürzer als „jetzt“, verspricht uns aber die Ewigkeit.