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Nach einem Besuch im Zentralfriedhof, auf der man ein Grab besucht, für das man „benutzungsberechtigt“ ist, empfiehlt sich der Böhmische Prater als ein Ort, der die anrührende Seite der Vergänglichkeit geradezu zur Schau stellt. Hier haben vor über 150 Jahren die Ziegelbauern, vornehmlich aus Böhmen und Mähren, das damals zur Habsburgischen Monarchie gehörte, auf dem Monte Laa Zerstreuung von ihrer harten Arbeit und den tristen Lebensbedingungen gesucht. Die hauptsächlich aus Holz konstruierten Attraktionen sind wegen der vorgerückten Jahreszeit zwar nicht mehr in Betrieb, zeugen aber von einem Vergnügen, das die Angstlust in erträglichen Grenzen hält. Die Clowns zumindest ziehen hier noch nicht mit Kettensägen durch die Gegend.

Ich weiß nicht, ob noch andere Großstädte so eine beschauliche Vergnügungsstätte haben, in der ein Besucher das Gefühl hat, mit einer Zeitmaschine im vorigen Jahrhundert gelandet zu sein.
Aber selbst hier wird man – schlendert man am Eingang zum Gangsterworkshop vorbei – (schlecht ist nur, wer Schlechtes denkt), mit dem Konterfei des Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten konfrontiert, der sich Gottes Hilfe für seine Wahl erhofft.