Transkription eines lautstark geführten Disputes zwischen zwei Stammtischkunden in einem Gastgarten nahe der Mariahilferstraße.

Karl:    Zwa Panzadivisionen sollt ma reinschicken und a Ruah is.

Franz: Also, des is eine Entwicklung; katastrophal; a Wohnsinn

Karl:   Und i werd da wos sog’n: De Grünan und de Link‘n, die uns des olls   einbrockt hobn, statt dass se si wehr’n,  die werdn‘s Köfferl pack’n und wo onders um Asyl ansuach’n, wenn’s bei uns onfangn rumfetzen.

Franz: Jo, des is richtig; i reg mi jo so auf. Wenn’s glaub’n, dass de olle kumm’n     könnan, do werdn’s se si no anschau’n, de Drotteln. Nix im Hirn, aber auf’d Stroß’n geh’n. Gestern auf da Mahü (Mariahilferstraße), di di Grünan kaputt g’mocht hob’n mit der depperten Vakehrsberuhigung, dass de Sandler und Schnorrer besser flanier’n könnan, san’s kuman mit         weiße G’wander, de Narrisch’n – wahrscheinlich eing’raucht mit’m  Marihuana, des bei eana auf’m balkon wochst – und hob’n  herumg’wachlt mit eanare Taferln: Ausländer willkommen – Ang’schütt  olle mitanand. di wer’n si no wundern, des sog i da.

Karl:   A Panzerdisvision genügat und in zwa Woch’n, in aner, wenn’s es richtig moch’n und der Spuk is vorbei mit’m IS. De san desperat und nua so stoark, weil de andern z’deppert san.

Franz:Genau. Dass da Amerikana a so deppert is, waß’t i man, des is do…

Karl:   Angfang’n hot des Ganze mit’m Irak, samma si ehrlich, wo’s den ogkraglt   hob’n, den Hussein, oba ohne an Plan B.

Franz:Genau, des is…

Karl:   Dann san de gaunzen Spinna und Träuma aus Europa kuma mit der Demokratie dort unt‘.

Franz:Genau, des is…

Karl:   De Leut sölba durt unt’n, de woll’n ka Demokratie. De woll’n an hob’n, der für Ruah und Ordnung suorgt.

Franz: A stoarker Typ; Da Sadam woa des, wenn’st mi frogst.

Karl:   Mit am klan G’schäft und am klan Reibach, a ruhigs Leben, vastehst?

Franz Genau, de woll’n jo goa net mehr…

Karl:   Die Syrer, waßt, wos de sogn? So schön is olls g’wes’n unterm Assad. Dea hot se bereichert, is a Gauner, jo, oba mia hob’n unsre Ruah g’hobt und des woa, … waßt de hob’n leb’n könna dort unt’n.

Franz:Natürlich kloar. De woll’n jo goa net mea. Du woarst durt, oda? Jo? A  wunderbores Land angeblich.

Karl:   Jo, wundascheen. I sog imma: Assad is a a Gauner; sei’s drum. Oba; dea hot vielleicht 20000 Leut umbrocht, oba jetzt sans 200 000.

Franz: A Wohnsinn, des Ganze.

Karl:   Do muaßt des klanere Übel, vastehst, und net irgendwelche Hirn…

Franz:Des klanere Übel; des is vollkommn richtig.

Karl:   Des muasst durt’n in Kauf nehma. Sunst geht durt nix. Wenn’st net des  Chaos wüllst, dann muaßt des in Kauf nehma.

Franz:Vollkommen richtig. Genau mei Meinung.

Karl:   I kon durt net Demokratie nochm europäischn Muster eifüarn. Des get net. Do san de Clanchefs, de Scheichs. Mit denera Leut muaßt di guat stöll’n. Sunst rennt durtn nix, vastehst.

Franz:Genau. vollkommen richtig. Schau, des hot zB. da Gadaffi ganz guat  g’mocht in Lybien. Dea hot a stoarke Hand g’habt, vastehst, und do hot a olls funktioniert.

Karl:   Da IS hätt durtn kan auftrag g’hobt. A da Sadam hot se mit de Clanchefs, denen hot a wos ogeb’n, di hob’ns an eanare Leut vateuilt. Und so mocht’s da IS a. Dea hätt durt a ka Leiberl, wenn a se net arrangieren tat.

Franz:Guat, I man. Wos mia lad tuat des san in erster Linie, des san de Kulturgüta, die do, di unwiderruflich hin san. I man, des is jo olles unsre  Kultur eigentlich, und I man, des is letztklassig, de Drottln, I man des is jo  des letzte, wannst mi frogst.

Karl:   Jo guat, oba… erinnerst di, wia di Taliban an Buddha aussigschossn hobn    ausm Fölsn mit da Artillerie? Do hot des scho ogfongt, wenn’st di d’erinnerst.

Franz:Natürlich erinner i mi. Da Templ is 2000 olt gwesn, a Kunstwerk para  excellence, des muaßt da mol vuastell’n, wia deppat dass’d sein muasst,  so wos z‘ tuan. 2000 Joa.

Karl:   Na jo, de moch’n des woarscheinli deswegn, weils wissen, dass si di ondern ärgern. Di mochn des hin, dass wir uns ärgern. So muaßt des  sehn. Schaut’s her, wia scheißen auf de Kultur von di Ungläubign. Schaut’s, so werdn eure Kirchn a bald ausschaun. Des wollns uns damit sogn.

Franz:Jo guat, oba des is unverruflich hin.

Karl:   Durt’n is mea hin als de poar Templ.

Franz:Jo, des stimmt scho, oba…

Karl:   De Amis wissen jetzt’n, wos eigentlich g’hobt hom mit’m Hussein oda Gadaffi oda jetztn mitm Assad oder wia di Scheichs do untn olle haßen.

Franz:Jo eh, natürli, genau.

Karl:   So idiotisch des olles… Manchesmol denk i ma, di leut san nimma normal. De hatschn di Mahü aufi und obi und mochn a Lichtalmeer, de Drottln und glaubn, se san guat.

Franz:Weil’s deppat san.

Karl:   Des nutzt überhaupt nix.

Franz:Weil’s deppat san, vastehst? Des san de eigentlichn Terroristn, de Gutmenschn, de Drottln. Oaschlöcher sans olle mitanand. Vua 20 joar, wenn’st ma des g’sogt hättst, hätt i gsogt, du spinnst, des glaub i net. Des kon i ma net vuastelln. Is oba eintret’n. Is a Wohnsinn.

Karl:   Jetz hob i mi gnua g’ärgert.

Franz:Jo, eh, schau, es nutzt nix, aber Luft könnma uns mochn.

Karl:   Hätt olls net kumma müssn. I man, du sogst, du kennst es, Syrien. Woarst  durtn. I man, des is a wunderboars Land.

Franz:Jo, a wunderboar‘s Leben woars. Die Religionen hom friedlich mitananda glebt, natürli hot’s a bissl an druck geb’n, a bissl a repression, okay jo,  wos soll’s.

Karl:   Schau, de wolln a Ruah hob’n und jeda durt möcht sei Familie guat   ernähren können, wurscht, wos es is, a Kreislerei oder a Fleischerei, a  Mülchladen; Mea wü jo dea goa net. Dea wü sei Ruah hobn politisch, is doch logisch.

Franz:De, di’s richtig moch’n, de einzigen im Nahen Osten, des san de Israeli. der einzig stabile Stoot in dera Region.

Karl:   Vollkommen richtig.

Franz:Die kennen holt nix. Drum müssn se sich holt imma vorwerfen lossn, sie schieaßn nach Ghaza rein und dann san so und so viel Zivilisten tot. Jo, wenn de Drottln net aussi schieaßn taten, taten’s net eini schieaßn.

Karl:   Isch scho kloa. De lossn des natürli net zua. I man die Israeli, wast eh, dass de nie an Staat hob’n werdn, de Palästinensa. Oba di behirnen des  net. Waratn scheen blöd, di Israeli.

Franz:Da Assad hat mit denen a Ruah ghobt. Hot eana nix ton. Woa a guats Mitananada.

Karl:   I vasteh de Amis net. Wia können de so deppat sein? Zünden überall a Feuer an.

Franz:Marschiern überoll ein, oba hobn kan Plan B, wie’as weiter gehn sull  nochher. Di Soldoten ergeb’n sie, und wos tuan’s, de Amis? Di schick’n die ganze Armee ham. Kan Lohn mehr, nix. Natürli san di angfressn. Wenn i sog, pass auf, jetztn is der ondere der Herr, jetzt dienst dem ondern und ihr kriegts weiter an Lohn, olls paletti. Nix warat gwesn.

Karl:   Jo eh. Eh nit so schwierig. Kloar.

Franz:Ganz einfach a logische Überlegung.

Karl:   Und dann woarn de Generäle, die wos si mit’m Kriegführ’n auskenna, a orbeitslos; dann woa da IS do und jetztn wundern se si.

Franz:Guat, I man…

Karl:   Natürli is de ganze Gegend korrupt. Du muasst di Clanchefs, die Scheichs,  du muasst es olle richtig schmiern und des hob’n de olle nit g’mocht.

Franz:Es is im Leben so. Des is halt so. A Hand schmiert die ondre.

Karl:   So is es dort unt. So is es. So funktioniert des und so mocht des der IS. Dea muass ja denen a wos geb’n. So geht des.

Franz:Na sicha; des is überoll a so. Wenn’s nit a Bakschisch gibst, vastehst, des is a Wirtschoftsteil, des g’hört zua Wirtschoft. Des is jo bei uns a a so. Des is normal. Du muasst dem wos geb’n, damit a dir des okauft, wos  eam verchecken wüllst. A bisserl a Bakschisch, des is jo ganz normal. Oda? Oba do san de Gutmenschn, di des net behirnen, de Drottln. San ma uns ehrlich: Des g’hört zur Wirtschoft, oda? Des is doch durt ganz normal, oda?

Karl:   Do hot’s amol, da san bei uns Leut anklogt wuardn wegen Bestechung, weil die durt unten denen a Schmiergeld zohlt hob’n.

Franz:So deppert.

Karl:   Des geht durt nit onders, weil sonst moch i des g’schäft nit.

Franz:Vollkommen kloar, vollkommen normal.

Karl:   Do homma de Voest beliefat, domols, do woar i 16/17 Joar; des woa ganz normal, dass de Frau, die Sekretärin, die uns den Auftrog vermittelt hot, an Nerzmantl kriegt hot zur Weihnacht. De hot si g’freut. Hot si a bisserl  aufbrezelt, des G’schäft is g’rennt. Is doch wurscht. Aus basta. A Weihnachtsg’schenk und basta. Is doch ka Vabrechen, oda?

Franz:Wann i durt a Gschäft mochn will, dann muass i des moch’n.

Karl:   Is jo heut no so. Is heut genauso. Do hot se nix g’ändert, muasst halt extrem aufpassn, weil sunst bist glei am Pranger, bist glei der Korrupte, und was is wos, vastehst, wegen die Linkn und de Kommunistn, de Kumerln, de Oarschlöcher. Oba ohne Wirtschoft; wenn’d Wirtschoft stüll steht, hobn di a nix mea, vastehst. Oba des vastehn de net. De glaub’n, des Göld kumt einagflogn. So deppat san de.

Franz:Ruinier’n de eigene Wirtschaft.

Karl:   i bin neugierig, am 11. Oktoba. Heut hob i g’hört, di Stenzl wüll für die FPÖ kandidieren. Des is a guate Entscheidung. Weil, san ma uns ehrlich,  bessa als de zwa, die Rot’n und de Grünan, mocht as mit Sicherheit, da Strache; des vasprich i da. Weil so schlecht kann des kaner moch’n wiar di.

Franz:Ganz schlecht im Moment, ganz schlecht; bist du verruckt. I reg mi so auf.