Was ich alles tun könnte, während ich dasitze und nichts tue:

canetti-(2)

Ich könnte dasitzen und nichts tun, um festzustellen, ob Nichtstun nicht vielleicht auch ein Tun ist.
Ich könnte den Beweis führen wollen, dass Nichts Etwas ist, weil man nicht einfach dasitzen und nichts tun kann, d.h. nicht nichts tut, wenn man dasitzt.
Da sitzen ein Tunwort ist, ist Dasitzen nicht Nichtstun, sondern etwas  tun, nämlich dasitzen.
Somit wäre im Dasitzen und Nichtstun bewiesen, dass nichts  etwas ist, nämlich nichts.
Da das Nichts ohne Raum und Zeit und ohne wann und wo auskommt, bevor es Etwas werden kann, kann ich gar nicht dasitzen und nichts tun, weil ein Tun – auch ein Nichtstun – voraussetzt, dass es eine Zeit und einen Raum gibt, ich vorher also etwas anderes getan habe und vermutlich auch nach dem Dasitzen und Nichtstun wieder etwas anderes tun werde.
Da es aber nichts gab, was ich hätte tun können, habe ich mich hingesetzt und nichts getan außer dazusitzen.
Wenn es wieder etwas geben sollte, was ich tun könnte außer dazusitzen, werde ich es tun.
Weil aber Nichts etwas ist, tue ich immer etwas, auch wenn ich nichts, ja vor allem und nur dann, wenn ich nichts tue.
Während ich also dasitze und nichts tue, habe ich schon alles getan und es bleibt nichts, was ich noch hätte tun können.