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Mit geschlossenen Augen scheint sie dem einlullenden Tactoc des Zuges zu lauschen, der eben wieder Fahrt aufgenommen hat. Fährt er in einen Bahnhof ein, öffnet sie für die Zeit eines Lidschlags die Augen, sucht den Namen der Station auf den weißen Kachelwänden und schließt sie wieder, als würde sie ihr Leben zwischen Abfahrt und geahnter Ankunft, in einem Zwischenreich von Wiederkehr und Abschied, als einen Aufschub träumen, der ihr gegönnt ist und sich gleichzeitig wünschen nie anzukommen. Von einem Bahnhof zum anderen wird sie älter und kleiner, bis sie nicht mehr da und ihr Platz, den sie schon lange vor mir und mir gegenüber eingenommen hatte, leer ist und ich mit einer Mischung aus Schrecken und Amüsement feststelle, dass ich es war, der sie geträumt haben muss.