Gedicht frei nach Jochen Keppler und nach der Melodie von „Es ist ein Ros entsprungen“. Zu singen unter dem Weihnachtsbaum.

nicht_willkommen (1320 x 741)
Bethlehem heute (
Helmut Hostnig)

die nacht ist vorgedrungen
die tage sind so fern
als diese ros entsprungen
licht wie der morgenstern
es war ein kalter winter
der hat das blümlein bracht
kaum war’s, dass es erblühte
geschah’s in selber nacht
dass mit dem stern verglühte
was uns die ros‘ gebracht

kaum hier angekommen
nach flucht in schengenraum
und schon in haft genommen
und wieder hinter zaun
dann langes banges warten
auf den asylbescheid
das leiden hat kein ende
kein ende hat das leid

und strenger immer strenger
wird das paket geschnürt
und enger immer enger
wird fremdenpolizeilich
und streng nach den gesetzen
im schube dann der häftling
nachdem der hass geschürt
von schreibtischtäterhetzen
von frontex abgeführt

noch manche nacht wird fallen
auf dieser menschen leid
bis nächstenliebe allen
dieses licht im dunkeln
nicht alle jahre wieder
nicht nur zur weihnachtszeit
auch diesen fremden gilt
weil dieses jesuskind
im grund genommen
wir alle
wir alle selber sind