Wen es – aus welchen Gründen immer – nach Laa a.d.Thaya verschlägt, ohne dort die Therme besuchen zu wollen, wird sich wegen der vergeblichen  Suche nach etwaigen Sehenswürdigkeiten mit einem guten Essen in einem  Landgasthaus schadlos halten wollen.  Zwei Jugendliche am Dorfplatz konnte ich mit der Frage erheitern, wo denn hier in Laa an der Thaya eben selbe zu finden sei.  Nachdem sie lange hin und her beraten haben, wie sie mir, einem Stadtei, den Weg dorthin  so erklären können, dass ich garantiert nicht hin finde, entließen sie mich mit einem gemurmelten zwei Mal links und drei Mal rechts nach der Feuerwehr, die als Landmarke in den Dörfern vor der Kirche zu kommen scheint. Dann kommst du nach Hanfthal und dort wieder rechts. Und dann ist der Lindenhof nicht mehr weit. Steckerlfisch aber gibt’s dort keinen, klärt er mich auf und wünscht Gute Fahrt.   Wir haben ihn trotzdem gefunden, den Lindenhof.  Gerade, als wir aus lauter Frust, weil meilenweit links und rechts nichts als Kukuruz-, Kürbis- oder Zwiebelfelder lagen, das TomTom anweisen wollten, uns wieder heim zu bringen, fanden wir das Hinweisschild zum  Lindenhof. Das Waldgasthaus zum Lindenhof hatte zwar einen schattigen Garten, der Schatten wurde nicht von Linden, sondern von Kastanienbäumen gespendet, aber die Karte hielt ihr Versprechen.

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Auf dem Weg zurück fuhren wir durch Hanfthal, ein Ort, den man zuerst hinter sich lassen will, wie all die anderen Straßendörfer, weil man sie zu kennen glaubt. Nicht aber Hanfthal. Da sorgt ein umtriebiger Ortsverschönerungsverein dafür, dass man auf die Bremse steigt, anhält und nach dem Fotoapparat sucht. Vor fast jedem Hauseingang stehen Ensembles aus  lustig bekleideten Puppen mit bemalten Kürbisköpfen, und in einer Kellergasse geht man am besten zu Fuß, will man den witzigen Charme  der ausgestellten Puppen, aber auch ganzer Installationen einfangen. Da lehnen sie an weiß getünchten Hausmauern im Trachtenlook mit Kürbiskopf, einer sitzt auf dem Hochstand in Jägeruniform, aber ohne Kopf, ein anderer grüßt mit Melone und in der Uniform der freiwilligen Feuerwehr. In einem Käfig aus Weiden steht ein Bett mit einer Matratze; ein Lochklo mit Zeitungspapier will den Besucher einladen, die Notdurft so zu verrichten, wie das früher geschehen ist. Am Straßenrand schießt meterhoch der Hanf . Jetzt werden wir in eine Scheune gerufen. Ja, wir sind in Hanfthal. Es wurde – wie uns nun nicht ohne Stolz erklärt wird – als Hanifthal schon im 12.Jhdt. urkundlich erwähnt. Alle hier seien freie Mitarbeiter eines Projektes zur Verschönerung des Ortes. Nicht nur das. Der Hanf  soll wieder eine Rolle spielen. Es gäbe nichts, was mit ihm nicht hergestellt werden könne. Übrigens hat das Hanfthaler Kellerensemble mit dieser Idee den ersten Preis in NÖ gewonnen. Einer versteigt sich sogar zu der durchaus glaubwürdigen Aussage, dass er vom Hanf allein leben könne. Mit dem Käfig aus Weiden, der als Gefängnis gedacht ist, soll daran erinnert werden, dass Haschischkonsum illegal sei.  Eine Art Ausnüchterungszelle also für das geplante Bluzafest, das am 15.& 16. Sept. in der Kellergasse am Brunn Beri stattfinden soll?

Auf der Heimfahrt noch einmal Halt. Gleich nach Unterstinkenbrunn – einem Ort im Weinviertel unweit der tschechischen Grenze, wo heute nicht mehr Wein, sondern Zwiebel angebaut werden, haben die Ahnen der Unterstinkenbrunner  sich einen Steinwurf entfernt ein romantisches Miniaturdorf, die Loamgrui, – gebaut. Sehenswert.