Ich fahre in die Stadt, die mit ihrer Skyline ein richtiges Downtown verspricht, aber aus der Nähe eher enttäuscht. Da es regnet, besuche ich das Museum for science and history. Bin neugierig, wie hier Geschichte aufbereitet wird. Ja, da können die MuseumspädagogInnen in Österreich noch was lernen. Eduucation and Entertainment auf einem riesigen Areal. Draußen Maria und Pinta: Nachbildungen der Karawellen, mit denen Kolumbus den Kontinent entdeckt hat. Ein Video, das die Geschichte erzählt. Vitrinen mit Funden von Schiffwracks, die vor der Küste geborgen worden sind. Der ganze Kontinent wird hier abgedeckt.

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Interaktiv können sich auch Kinder in zwei Sprachen mit der Geschichte beschäftigen. Dreidimensionale Panoramen zeigen Tenochtitlan, bevor es von Cortez, dem Eroberer Mexikos, dem Erdboden gleichgemacht wurde. Ein anderes zeigt das bunte Treiben auf einem Indiomarkt der Azteken. Dem Sklavenhandel ist ein ganzer Raum gewidmet. Es wird ein Sklavenmarkt gezeigt und während eine Stimme erzählt, wie es auf den Schiffen zugegangen ist, hört man die Takellage und die bellenden Rufe der Aufseher. Auch den Kanawakas, den Ureinwohnern dieser Region, wird Tribut gezollt.

Endlich sehe ich eine Klapperschlange  und Tausendfüssler, Käfer und GottesanbeterInnen, die hier fünf Mal größer sind als bei uns. Es darf fotografiert und alles nicht nur betrachtet, sondern auch angerührt werden, so es nicht in Vitrinen ausgestellt ist, und niemand kommt, und macht mich darauf aufmerksam, dass das hier verboten ist. Es sind große Fenster in die Vergangenheit. „We are all explorers seeking the meaning of the present in the past“, weiß eine Tafelaufschrift, die mich in den Raum führt, wo die Dinos ausgestellt sind. In einem nachgebauten Store der Pionierzeit mit alten Bügeleisen und einer Frau in der Tracht ihrer Zeit, erinnert ein Wandspruch daran, dass „Man’s work is from sun to sun, but women’s work is never done!“ The good old times. Wo sind sie hin? Natürlich darf eine Ölpumpe und eine Miniraffinerie in Mannesgröße nicht fehlen. Wir sind schließlich in Texas und da draußen auf hoher See wird offshore Öl gefördert. Wir wissen aber jetzt auch mit welchen Folgen. Das ist der nächsten Generation von MuseumspädagogInnen vorbehalten, diese Geschichte wahrheitsgetreu ins Bild zu rücken.

Nach vielen Eindrücken, weniger wäre vielleicht mehr, verlasse ich das Museum. Das Auto steht bis zu den Radnaben im Wasser. Nichts wie weg hier. Morgen Richtung Lousiana, La Fayette.

P.S: Heute wurde daran erinnert, dass meine Kurzgeschichte „Hannah“ kurz vor der Veröffentlichung steht. da kommt Freude auf.