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Vor der schönen Kulisse der Wienzeile mit den im  Jugendstil geschmückten Fassaden der Bürgerhäuser in der linken Wienzeile findet jeden Samstag Österreichs größter Flohmarkt statt. Er schließt gleich an den Naschmarkt an. Hier findet man – angelockt von den „Billiger, Billiger“ Rufen der privaten Händler aus dem ehemaligen Ostblock oder dem Balkan, der ja bekanntlich hinter dem Naschmarkt beginnt, zwischen Ramsch und Müll noch echte Schnäppchen.

Als hätte Salome Johannes schon als Kind den Kopf abgeschlagen, so liegt dieser Puppenkopf auf dem Teller. Eine etwas makabre Präsentation, aber auf dem Wiener Flohmarkt kann man als aufmerksamer Beobachter viele Arrangements von Puppen finden, die allein schon eine Geschichte erzählen.

Was zum Beispiel flüstert dieses frühreife Marmorimitat in das Ohr eines mit einem Tiroler Hut geschmückten Mädchens, das lasziv seinen linken Brustansatz zur Schau stellt? Oder sind beide Buben und lästern über alle, die vorbeigehen? In welchem Etablissement waren sie aufgestellt? Welche Zukunft erwartet sie?

Ein paar Schritte von ihnen entfernt eine Oma in der Tracht eines Nikolaus mit Brille und einem grünen Schal. Ein verschmitztes Lächeln spielt um ihren Mund, so, als wollte sie zum Ausdruck bringen, dass ihr nichts Menschliches fremd sei. Sie hat drei Puppen im Arm. Was tut die linke Hand? Rasselt mit einer Kette, wo eigentlich ein Stock hingehört. Hinter ihr thront eine Schildkröte.

Der Harlekin hat äußerst weibliche Züge. Die Nase etwas zu rot. Ein Säufer?

In diesem Gesicht mit den beweglichen Kulleraugen, die beim Betrachter den Kindchenschemareiz, sprich den Beschützerinstinkt wachrufen sollen, ist „Verlegenheit pur“ eingefangen oder einfach nur das Wissen darum,  wie dieser Reiz funktioniert.

Ganz im Gegensatz zu diesem Buben mit der blauweißen Strickware, dessen Gesicht auf eine Kindheit mit Entbehrungen schließen lässt. Er scheint schon viel gesehen zu haben.

Dieser Harlekin scheint vom gleichen Portraitmaler zu stammen wie der, dem ich eine Säufernase und weibliche Züge unterstellt habe.

Hast du ihre Augen gesehen? Vor dieser Diese Puppe würde ich mich fürchten. Sie hat den bösen Blick und könnte direkt der Fantasie von Stephen King entsprungen sein.

Nicht genug damit, dass dieser Stoffpuppe die Kleider fehlen, wurde sie auch noch am Hals aufgehängt.

Diese fein gearbeitete Porzellanpuppe könnte für Jonesco’s Theaterstück „Die kahle Sängerin“ werben.