Gestern wollte der Deutschlehrer den Konjunktiv in der indirekten Rede üben:

Die Möglichkeitsform sei wichtig, weil man mit ihr den Wahrheitsgehalt einer Aussage einschränken könne, erklärt er den SchülerInnen. Ein Beispiel: Hakan war gestern krank. In der indirekten Rede müsste der Satz dann heißen, wenn Fatima das einem anderen erzählt: Der Lehrer hat behauptet, dass Hakan gestern krank gewesen sei.

Aber Herr Lehrer, meint Fatima, Hakan war wirklich krank. Ich war gestern bei ihm. Er hat Fieber gehabt. Liebe Fatima, sagt der Lehrer, das mag schon stimmen. Ich aber war nicht dabei. Aber, sagt Fatima, das kann ihnen meine Mutter bestätigen, dass ich gestern beim Hakan gewesen bin. Ich hab nicht gelogen, mischt sich Hakan nun empört ein. Fatima war gestern bei mir und ich hab wirklich Fieber gehabt. Sie können ja anrufen, wenn sie mir nicht glauben.

Es ist ja nur ein Beispiel, versucht der Lehrer die Wogen zu glätten. Versuchen wir ein anderes: Miroslav hat 40 Bewerbungen geschrieben. Er bekommt sicher eine Lehrstelle. Wie heißt der Satz, wenn du das einem anderen erzählst, Ayshe? Ayshe, eine türkischstämmige Vorzugsschülerin,  antwortet richtig: Der Lehrer hat gesagt, dass Miroslav 40 Bewerbungen geschrieben habe und deshalb sicher eine Lehrstelle bekäme. Super, sagt der Lehrer. Da wird Miroslav zornig: Super? Ich habe nicht 40, ich habe mehr als hundert Bewerbungen geschrieben und abgeschickt und nie eine Antwort bekommen. Nicht eine.

In Gedanken wiederholt der Lehrer, was er gerade gehört hat, in der indirekten Rede und begreift den Irrealis als vierten Modus des Verbs oder Indikativ seiner SchülerInnen.

Hier ein paar Übungsbeispiele für LehrerInnen:

http://www.mw-seite.de/selbst.htm#Konjunktiv
http://www.poekl-net.at/deutsch/Grammatik/KONJ2UEB.pdf